Als die Leinwand zitterte (2010)

Dass Göttingen einst als Filmstadt bekannt gewesen ist, wissen nicht mehr viele. Ein stiller Zeuge dieser Zeit ist die Figur von Heinz Erhardt als Streifenpolizist an der Kreuzung Weender Straße. Trotzdem glänzte Göttingen immer durch seine vielen Kinos, die ein buntes Angebot an Filmkunst zur Verfügung stellten, zumindest bis zum Februar des Jahres 2011. Dann wurde die Göttinger Kinoszene unangenehm durcheinander gewirbelt durch die plötzliche Schließung des Sterntheaters und des kleinen Programmkinos Cinema. Rüdiger Brandis besuchte daraufhin Wilfried Arnold, den Leiter des letzten verbleibenden Programmkinos der Stadt, dem Lumière, um aufzuklären, wie es zu diesen Ereignissen kam und wie die Zukunft des Kinos in Göttingen aussieht.

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Film + Rezension (2011-2012)

Film + Rezension war eine kleine Sendereihe, in der wir für das Unifernsehen der Universität Göttingen in drei Episoden Filme besprochen haben. In der zweiten Folge experimentierten wir etwas mit dem Präsentationsformat, doch eigentlich wollten wir nur über Filme reden!

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Project Momentum (2016)

Täglich gehen wir dieselben Wege, betreten dieselben Gebäude und reden mit denselben Personen. Diese Routinen können schnell Gewohnheit werden und schlussendlich nimmt man sie gar nicht mehr richtig wahr. Aber trotz ihrer scheinbaren Belanglosigkeit bestehen diese Alltäglichkeiten aus vielen kleinen Momenten und Objekten, die unser Leben formen und bestimmen.

Mit Projekt Momentum wollten wir den Blick seiner Teilnehmer*innen wieder auf diese Fragmente des Alltags lenken.

Aber anstatt sie lediglich erneut zu beachten, baten wir darum, den Versuch zu unternehmen, sie als etwas Poetisches zu betrachten. Poetisch verstehen wir in diesem Kontext als etwas, das Außerordentliches im Gewöhnlichen sichtbar werden lässt und gerade deswegen nicht beschreibbar scheint.

Wir baten unsere Teilnehmer*innen also darum, einen Zugang zu diesen Fragmenten zu finden, indem sie diese mit Hilfe der Social Media App und Plattform Vine [LINK: https://vine.co/] aufzeichneten.

Vine erschien uns als ein ideales Werkzeug für das Projekt, da es uns ermöglichen würde, eine Vielzahl an Teilnehmer*innen zu involvieren, ohne jede*n einzelne*n selbst auswählen zu müssen. Obwohl wir uns als Initiator*in des Projekts verstanden, sollte es ein Eigenleben entwickeln, das weitestgehend ohne unsere Einflusseinnahme funktionierte. Unsere Hoffnung bestand darin, dass die Teilnehmer*innen das Projekt selbstständig an andere interessierte Personen weiterleiten würden. Auf diese Weise wäre unsere Gruppe stetig gewachsen.

Um es klar zu formulieren: Wir gaben unseren Teilnehmer*innen die Aufgabe Momente, die sie als poetisch erkannten, mit uns in Form kurzer Videos auf Vine zu teilen. Die Videos sollten mit dem Hashtag #projectmomentum gekennzeichnet werden, damit wir sie später wiederfinden könnten. Für den Fall, dass jemand kein eigenes Vine-Nutzerprofil anlegen wollte, stellten wir einen offiziellen Account für das Projekt bereit, den jeder nutzen konnte. Die Gestaltung der Videos oblag völlig den Teilnehmer*innen und wurde lediglich durch die Beschaffenheit und Limitierungen von Vine selbst bedingt. Wir baten nur darum, dass in der Beschreibung der Videos mit Hilfe der Hashtagfunktion der Aufnahmeort vermerkt wird.

Wir planten, die Videos jeden Monat einzusammeln und sie in das Korsakow-System [LINK: http://korsakow.org/] zu importieren. Mit Hilfe der Software wollten wir mögliche Verbindungen zwischen den Clips finden, um neue Erkenntnisse über die Beschaffenheit der Aufnahmen bzw. die Umsetzung/Interpretation unserer ursprünglich gestellten Aufgabe zu erlangen. Auf diese Weise hätten wir mit Erweiterungen der Aufgabenstellung auf die Ergebnisse unserer Analyse reagieren können und weiterhin einen Einfluss auf die Ausrichtung des Projekts nehmen können.

Leider scheiterte das Projekt. Wir konnten von vornherein nicht genug Personen motivieren und am Ende bestand der Kreis unserer Teilnehmer*innen hauptsächlich aus Freund*innen, also Studenten und andere Akademiker. Wir können nur über die Gründe spekulieren, aber zwei lassen sich leicht erraten:

1) Unsere Suche nach einer Poesie des Alltags war schlicht zu abstrakt für eine einfache Aufgabe, die Spaß machen sollte. Sie brauchte zu viel Zeit und Raum, um erklärt zu werden, und stellte dadurch eine Zugangsbarriere dar.
2) Unsere Ausgangsgruppe an Teilnehmer*innen war zu klein und homogen. Wir haben mit dem Start des Projekts nicht genug Personen erreicht und die, die wir erreichten, kamen mehr oder minder aus einem ähnlichen sozialen Milieu.

Für zukünftige Projekte haben wir daraus einmal mehr gelernt, Vorhaben zugänglich zu gestalten und sein Publikum (bzw. in diesem Fall Teilnehmer*innen) bewusst auszuwählen.

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The Stars Ain’t Out Of Reach (2012)

The Stars Ain’t Out Of Reach entstand in einer Phase in unserem Leben, die schlicht nicht sonderlich spaßig gewesen ist. Das Video vereinigt überstilisierte Bilder mit kratzigen Zimmeraufnahmen einiger Bon Jovi Songs. Zusammen stellen sie ein Zeugnis unserer Fähigkeit dar, uns absichtlich maßlos zu überschätzen, daran Gefallen zu finden und die Pathosformeln, die alle belächeln, zum Inhalt zu machen, da sie trotz aller Reflexion noch immer nicht ihre Wirkung verlieren. Denn mal ehrlich, wollen wir nicht alle auf einen riesen Turm stehen, die Arme austrecken, während die Kamera langsam herein- oder herauszoomt, oder uns mit einem epischen Schwenk in Szene setzt, während sie Sonne sich in der Linse bricht.

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A GOOD FUCKIN DAY (2015)

Momente können uns als Zeitreisende lange begleiten. Sie reisen auf ihre eigenen Weise, ihr Alter und ihre Bedeutung hängt stets von uns ab. Fragmente, durch die Zeit verändert, die durch sie geflossen sind, sind hier der Mittelpunkt. Daniels Schere und Erinnerung haben ihnen eine Form gegeben.

Irgendwo zwischen diesen Bildern findet ihr Lydia.

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Week of Decay Live @ Dots (2015)

Irgendwann 2012, Lydia auf der Straße, abends, so unterwegs, ohne etwas. Vielleicht mal in einen Keller, etwas Musik hören, nichts Böses und dann war dieses Schild: „Week of Decay“!

Sie rein und alle freundlich, alles super, Platz gefunden und Musik losgegangen.

Es folgen nur noch Fragmente, Geräuschfetzen, Kratzen von Instrumenten auf menschlichem Gewebe, Holz auf Stahl. Lydia entkommt …

Dann 2015, wieder diese Straße …

„Revenge of the Future!“ … dort auf dem Flyer: Decay Today.

Sie näher, es darf nicht sein.

Oh …

Die Wetteraussichten: Schon gut so!

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und Punkt punkt punkT

Manchmal ist die Welt kompliziert, am nächsten Tag komplizierter und am dritten Tag versucht man ein Problem zu lösen, das morgen erst auftreten wird. Am vierten Tag ist man verwirrt, weil das Problem nicht auftritt und am fünften Tag fängt man von vorne an … oder so …

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Blinde Hunde

Blinde Hunde war der Beginn von lydia loves lyrics film als Projekt und wir hatten noch so ziemlich gar keine Ahnung vom Filme machen, schrieben hauptsächlich Gedichte und Kurzgeschichten und der Film kam eigentlich nur so als kleine Extraidee daher. Blinde Hunde ist daher auch ein Sammelsurium vieler Ideen und ein kurioses Produkt. Es markiert aber auch den Beginn unserer Lernkurzve und wir sind noch immer stolz auf dieses kleine Lyrikvideo, dass viel zu oft gesellschaftskritisch genannt wurde. Blinde Hunde dokumentiert aber vielmehr Bilder des Pathos und der Romantik, kontrastiert durch die technische Computerstimme, die dem Video seine narrative und poetische Form gibt.

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Flow (2011)

Flow hat einen langen Entstehungsprozess durchlaufen. Seine Grundlagen liegen in einem Gedicht, das im Frühjahr 2011 in den Abschlussphasen unseres Grundstudiums entstanden ist. Doch der Text konnte nie in eine Form gebracht werden, die uns gefiel, und nach und nach begannen wir einzelne Thematiken des Gedichts in filmischer Form umzusetzen. Nach einiger Zeit gaben wir den Text komplett auf und Flow wurde zu einer präzisen emotionalen Nachzeichnung eines stresshaften Arbeitsvorgangs, dessen Dynamiken man sich nicht mehr zu entziehen vermag.

Flow markierte den Beginn unseres Vorhabens das Genre des poetic filmmaking zu schaffen. Darunter verstehen wir nicht das Verfilmen von Lyrik sondern vielmehr die Erstellung von Filmen entlang poetischer Normen. poetic filmmaking zeichnet sich dementsprechend durch eine assoziative Präsentationsform aus. Im Vordergrund stehen die Vermittlung von Ideen und Eindrücken, das Erzählen einer Geschichte nimmt zunächst nur einen untergeordneten Platz ein. Ein naheliegender Vergleich wäre der surreale Film, wobei der in diesem Genre des Films vorherrschende Fokus auf symbolische Ausdrucksformen kein zwingendes Element des poetic filmmaking ist.

Wir arbeiten nach wie vor an diesem Konzept, es existiert noch keine klare Definition. Doch falls ihr unsere Gedanken bis jetzt interessant findet, seid ihr herzlich eingeladen mit uns über die Möglichkeiten und Problematiken des poetic filmmaking zu sprechen (Kontaktmöglichkeiten finden sich im Impressum).

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MIA (2011)

Wünsche und Träume neigen dazu, sich zu widersprechen. Und oftmals wissen wir nicht mal, was wir alles wollen, bis wir gezwungen werden uns zu entscheiden, aber eigentlich alles haben wollen. MIA spiegelt das Verlangen, verborgen hinter soliden Wänden, Traumwelten und Begierde. Die Frage bleibt, ob sie jemals wirklich existierte.

MIA entstand im Jahr 2012 parallel zu einigen Kurzgeschichten und Gedichten, die sich mit dem Konzept des Tagträumens und des bewussten Konstruierens der persönlichen Wirklichkeit auseinandersetzten.

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